Der Kulturbote lebt - und engagiert sich

In unseren Bibliotheken lagert das Wissen vieler Jahrhunderte. Dieses Erbe ist bedroht - auch ohne Brand und Überschwemmung !

Bücher und Schriften aus Pergament, Wachs und Papier können durch Wasser, unsach-gemäße Lagerung und langjährige Benutzung stark beschädigt werden. Besonders Einbände und Buchblöcke leiden im Laufe der Jahrhunderte. Auch Schimmelpilz und Tintenfraß hinterlassen ihre Spuren.

Ein anderes Problem ist der Säurefraß: Gut hundert Jahre lang, von der Mitte des 19. bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurden Bücher und Zeitschriften nicht mehr, wie bis dahin üblich, auf Hadernpapier, sondern auf industriell gefertigtes Papier gedruckt. In solchem - billig und in großen Mengen herzustellendem - Papier bilden sich im Laufe der Jahre Säuren, die das Papier von innen her zerstören. Es vergilbt, wird brüchig und zerfällt.

Dieser Papierzerfall ist ein globales Problem allerersten Ranges, auf kultureller Ebene vergleichbar mit dem Waldsterben oder dem gefürchteten Ozonloch. Allein in den wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands sind rund 60 Millionen Bände betroffen.

Der Wettlauf gegen die Zeit und Geld

Die Restaurierung und Konservierung der betroffenen Werke ist möglich, bedeutet jedoch einen finanziellen Aufwand, den viele Bibliotheken nicht aus eigenen Mitteln tragen können. Davon sind auch große und namhafte Sammlungen betroffen.
So würde die Sanierung der betroffenen Bestände sogar in der Bayrischen Staatsbibliothek mit den Mitteln der öffentlichen Hand weit länger als hundert Jahre dauern. Die bedrohten Bücher wären bis dahin längst zerfallen...
Deshalb rufen viele Bibliotheken vermehrt dazu auf, Buchpatenschaften zu übernehmen.

Genau da könnten wir helfen ...

Ein Buchpate trägt mit seiner Spende die Kosten für eine gezielte Rettungsmaßnahme. Die Spendenhöhe kann von ca. 10 bi s zu über 1.000 Euro reichen. Meist kann ab einer Höhe von 50-100 Euro die Patenschaft für ein bestimmtes Werk übernommen werden, wobei der Pate mitunter auch im Buch oder auf der Website der Bibliothek genannt wird. Der genaue Betrag hängt vom gewählten Buch bzw. Verfahren sowie der jeweiligen Bibliothek ab.

In der Regel gibt es für bedrohte Medien folgende Rettungswege:
• Entsäuerung bei beginnenden Papierzerfall (ca 13 - 15 €)
• Beschaffung individuell angepasster, mit säurefreiem Karton
gefütterter Schutzkassetten (ca. 45 €)
• Herstellung eines Ersatzmediums (Verfilmung oder Kopie) bei fortgeschrittenem Papierzerfall (ca. 50 €)
• Einbandreparatur oder Wiederbindung (ca. 75 €)
• individuelle Restaurierung

... mit einer Sammelspende!

Wenn also alle, die dem Kulturboten Sympathien entgegenbringen, einmalig zumindest 5 Euro spenden, könnten wir als Kulturkleinkampfgruppe zumindest ein Buch vorm Versauern retten, womöglich sogar eine schicke Schutzkassette schpringen lassen.....

Die Auswahl eines bestimmten Buches, also eine echte Patenschaft, ist bei diesen Berägen zwar zuallermeist nicht möglich (die beginnt bei mehreren hundert oder tausend Euro), aber ich fände es trotzdem Klasse, wenn sowas zustande käme.

Als Empfängerbibliothek schlage ich erstmal die Staatliche Bibliothek Neuburg vor, weil's da gar so schön war, oder die Staatsbibliothek in München, weil man da halt zuhaus ist - es sei denn die Internationale Jugendbibliothek in Obermenzing... ?

http://www.neusob.de/stabi/foerder/Buchpaten/
http://www.bsb-muenchen.de/foerder/fbuchpat.htm