JULI 2005

Aber Halloooh !

Dutzende von zottelhaarigen Spießgesellen in beutelbetonten Strumphosen - wir waren im Mittelalter. Trotz Verspätung und vorübergehendem Regen ein hoffentlich interessanter Tag.

Geheiratet haben übrigens Herzog Georg der Reiche von Bayern-Landshut, damals 20 Jahre alt und die 18- jährige Hedwig von Polen, der alle Ansprachen ins Polnische übersetzt werden mussten.

Nach einem Gebot Herzog Ludwigs durfte während der Festwoche kein Wirt den Gästen oder Stadtbewohnern Essen und Trinken für Geld geben. Jeder-mann sollte seine Verpflegung von der herzoglichen Küche nehmen, die man in der Stecken-gasse eingerichtet hatte. Kein Metzger sollte Fleisch, kein Bäcker Brot, kein Fischer Fisch feilbieten. Außer der öffentlichen Küche waren beim Weinstadel zwei große Bottiche aufgestellt mit rotem und weißem Wein, "und wer da kam und begehrte Wein, dem gab man auf eine Person eine Maß und ein Hoflaibl (Brot) zu beiden Malen, früh oder spät". Überdies lieferte man den hohen Herrschaften die Lebensmittel roh in ihre Herbergen, wo sie von den eigenen Köchen zubereitet wurden, 146 Köche wurden aus der herzoglichen Kasse entlohnt.
Umgerechnet soll die Hochzeit 60.000 Gulden gekostet haben - das entspricht in etwa einem Vermögen von 25 Millionen DM.
Die Mitgift der Braut von fast 15 Mio DM hat der Herzog nie erhalten.
Von den männlichen Nachkommen des Paares überlebte keiner; Hedwig verbrachte ihre Tage abgeschieden auf der Burg Burghausen, während Herzog Georg sich einen Ruf als Schürzen-jäger erwarb. Sie starb im Alter von 45 Jahren, der Herzog folgte ihr ein Jahr später.
Der Großteil des polnischen Hochzeitszuges, der der Prinzessin das Geleit gegeben hatte, sah die Heimat nicht wieder: Die meisten starben vor der Rückkehr an der Pest.

Lustige Zeiten - aber hallloooo!